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    Hoch zu Baum!

    Sie umgeben Höfe und Dörfer, säumen Strassen und Wege und prägen vielerorts unser Landschaftsbild. Aber was macht die hohen, grosskronigen Bäume eigentlich so wertvoll? Wir erklären dir, was der Unterschied zu Niederstamm ist und wieso wir beim Kauf von Obst und Obstprodukten mehr auf die Herkunft der Früchte achten sollten.

    Die Grösse macht den Unterschied

    Hochstammbäume sind Obstbäume, bei welchen die ersten Äste erst ab 1,60m vom Stamm wachsen. Zudem bilden sie grosse Rundkronen. So unterscheiden sie sich von den immer mehr vorhandenen Obstbäumen in Niederstammanlagen, welche als niedere Spindeln gezogen werden und in geschlossenen und dicht aneinander gereihten Pflanzungen stehen.

    Darum sind Hochstämmer so wichtig

    Biodiversität

    • Ein Hochstammbaum bietet zahlreiche Lebensräume: Von der Krautschicht am Boden bis in die obersten Wipfel gibt es ganz unterschiedliche Habitate für verschiedene Tierarten.
    • In einer grossen Obstgartenanlage können bis zu 3000 Tierarten gefunden werden.
    • Viele bedrohte Tierarten finden nur in Hochstammbäumen einen Lebensraum, so zum Beispiel der Steinkauz oder der Rotkopfwürger.
    • Es gibt unter den Hochstämmern unglaublich viele Sorten. Sie sind damit ein «Genussreservoir» und gleichzeitig bietet ihre genetische Vielfalt die Möglichkeit, auf klimatische Veränderungen zu reagieren.

    Genuss

    • Die vielen Arten und Sorten haben alle eigene Geschmacksnoten. Damit gibt es eine Grosszahl von Verwendungsmöglichkeiten des Obstes. Vom Most über Schnaps bis hin zum Dörren der Früchte.

    Kultur & Gesellschaft

    • Sie sind Teil unserer Gesellschaft, da sie eine lange Bewirtschaftungstradition in unserem Land haben.
    • Hochstammbäume tragen zu einem vielfältigen Landschaftsbild bei.
    • Dank ihrem mit den Jahreszeiten wechselndem Kleid und schattenspendenden Kronen, bieten sie Raum für Erholung.

    Starke Abnahme der Bestände

    In den letzten 50 Jahren sind über 80 % der Hochstammbäume in der Schweiz verschwunden. Waren es 1950 noch 15 Millionen Bäume, wird der heutige Bestand auf 2,3 Millionen geschätzt. Jährlich nimmt der Bestand um weitere 1.5% ab. Als relativer Vergleich: Jede Stunde werden 7 Hochstammbäume gefällt.

    Die Abnahme der Bestände hängen einerseits mit der Ausdehnung der Siedlungsfläche zusammen. Industriebauten und Wohnungsbau dehnten sich vermehrt in die offene Landschaft aus. Ebenso ist die Intensivierung der Obstproduktion ein Grund für den Rückgang der Hochstämmer. In Niederstammanlagen kann effizienter gearbeitet und geerntet werden, zudem ist der Ertrag pro Fläche viel höher.

    Was du zum Erhalt der Hochstämmer beitragen kannst

    Kaufe Obst von Betrieben mit Hochstammgärten!

    • Hast du gewusst, dass es für Obst von Hochstammbäumen ein Label gibt? Der Verein Hochstamm Suisse kennzeichnet genau solche Produkte.
    • Kaufe im Hofladen oder auf dem Markt ein und frage beim Produzenten direkt nach, woher sein Obst stammt.
    • Bei allen Produkte, die du bei KernGrün findest und die Obst enthalten oder daraus hergestellt wurden, kannst du sicher sein, dass sie ausschliesslich aus Früchten von Hochstammbäumen sind.

    Unternimm einen Ausflug in eine Obstgegend!

    In der Schweiz gibt es grossflächige und wunderschöne Hochstammobstgärten, die man sehr gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad erkunden kann. Mit einem Ausflug in diese Gebiete förderst du den Tourismus und den Erhalt der Landschaft. Hier ein paar Tipps für deinen nächsten Ausflug!

    Weitere Ideen für von Hochstammbäumen geprägte Regionen bietet dir die Übersichtskarte von hochstammsuisse.ch

    Quellen

    Hochstamm Suisse (2018). Früchte, Geschichte, Bedeutung und Biodiversität. Online-Paper. Abgerufen am 4.7.22 unter diesem Link

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