Vielfalt auf dem Feld und im Teller

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Alte Sorten und Rassen erhalten

Eine breite Palette an Pflanzenarten, -sorten und Tierrassen ist enorm wichtig. Sie macht das Ökosystem widerstandsfähig und gewährleistet eine abwechslungsreiche Ernährung. Die Stiftung ProSpecieRara setzt sich seit knapp 40 Jahren für den Erhalt alter Sorten und Rassen ein.

Wir ernähren uns heute nur noch von einigen wenigen Pflanzen- und Tierarten. Für die Nahrungsmittelindustrie wird auf Ertrag, Leistung und Resistenzen gezüchtet, auf Diversität wird kaum gesetzt. Das ist gefährlich, denn im Kontext des Klimawandels und einer immer intensiveren Landwirtschaft gibt es neue Herausforderungen: ausgelaugte Böden, Trockenheit, Überschwemmungen, unerwartete Krankheiten etc. Eine Vielfalt der Kulturpflanzen und Nutztiere und damit einen breiten Genpool zu erhalten ist eine Rückversicherung für unsere Zukunft und die der künftigen Generationen. Denn je mehr Sorten und Rassen, desto höher die Chance, dass einige mit den Herausforderungen klarkommen. Es gibt z. B. einige alte Gemüsesorten, die gemäss Erfahrungswerten besser mit Trockenheit zurecht kommen als die heute verbreiteten Sorten. Zudem sind viele der alten Pflanzensorten kräftig und können über einen längeren Zeitraum als konventionelle geerntet werden. Das zahlt sich gerade auch im Hobby-Garten aus.

Und bei den Nutztieren kommen alte Landrassen wie Engadinerschafe, Pfauenziegen, Rätisches Grauvieh & Co. ohne Kraftfutter aus und sind nicht abhängig von grossen (oft ausländischen) Ackerbauflächen, welche Getreide und Soja liefern. Alte Tierrassen sind zudem auch sogenannte «Mehrnutzungsrassen», das heisst eine alte Schafsrasse liefert sowohl Wolle wie auch Milch in nachhaltigem Mass und ist nicht nur auf eine der beiden Leistungen ausgerichtet wie es moderne Züchtungen sind.

Appenzellerziegen – eine ProSpecieRara-Rasse (Bild: ProSpecieRara)


Wann ist eine Sorte ProSpecieRara-würdig?

Damit eine Sorte ProSpecieRara wird, muss sie einige Kriterien erfüllen. Die Sorte darf zum Aufnahmezeitpunkt nicht mehr im Grosshandel erhältlich sein und muss in der Schweiz früher traditionell angebaut und verwendet worden sein. Zudem muss die Sorte samenfest sein. Das heisst, sie darf weder ein Hybrid (Kreuzung zweier Sorten) noch gentechnisch verändert sein. Ein ebenso wichtiges Kriterium bei den Sortenauswahlen ist die Zugehörigkeit zur Art. Eine Apfelsorte kann nur ProSpecieRara sein, wenn auch der Kulturapfel als Art (Malus domestica) ProSpecieRara-würdig ist. Im Fall Kulturapfel ist sie das, weil er schon seit Römerzeiten eine traditionelle Kulturpflanze in unseren Breitengraden ist. Aber auch andere Kulturarten, wie z. B. die Tomate sind PSR-Arten, weil sie seit Beginn ihrer Kultivierung hierzulande in den 1920er-Jahren nicht mehr aus dem Gemüseanbau wegzudenken sind und so auch eine «Tradition» haben.

Was hat KernGrün damit zu tun?

Viele der KernGrün-Produzenten kultivieren ProSpecieRara-Sorten oder beziehen Rohstoffe von PSR-Rassen. Bruno Muff vom Haldihof arbeitet zum Beispiel mit einer Vielzahl von  ProSpecieRara-Pflanzen – Hochstammbäume wie auch Beeren – und veredelt deren Früchte zu hochwertigen Produkten. Die Firma ROTAUF stellt Kleider aus Wolle von Bündner Schafen her. Viele davon gehören zu den ProSpecieRara-Rassen. Wir von KernGrün möchten bewusst mit Produzenten zusammenarbeiten, die auf alte Sorten und Rassen setzen und die Vorteile der Erhaltung dieser Diversität erkennen und fördern.

Über die Stiftung:

ProSpecieRara wurde 1982 als nicht-profitorientierte Stiftung gegründet mit dem Ziel, gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen zu schützen. Sie arbeitet mit einem schweizweiten Netzwerk aus ehrenamtlichen Züchterinnen und Züchtern und Sortenbetreuerinnen und -betreuern.

ProSpecieRara Logo

Übrigens: Jetzt ist die beste Zeit, Beerensträucher, Obstbäume und mehrjährige Kräuter oder winterhartes Gemüse zu pflanzen. Auf der Webseite von ProSpecieRara findet ihr eine Liste mit den Produzenten und Produzentinnen, die Setzlinge und Samen verkaufen.

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