Grüntee-Wissen #1

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einblick in die welt des tees

Die Vielfalt der Grüntee-Sorten ist schon fast grenzenlos. Auch die unzähligen Zubereitungs-Dos und Don’ts verwirren so stark, dass man lieber die Finger lässt vom Grüntee und sich für den unkomplizierten Schwarztee entscheidet. Wir wollen mit diesem Beitrag die Geheimnisse der perfekten Grüntee-Zubereitung lüften und unsere Faszination mit euch teilen!

Der Unterschied von Grün- und Schwarztee

Sowohl Grün-, Weiss- wie auch Schwarztee stammen alle von denselben Pflanzen, der Teepflanze Camellia sinensis bzw. der grösseren Art Camellia assamica. Der Unterschied liegt im Verarbeitungsprozess: Für den Grüntee werden die Blätter der Teepflanze gedämpft, kurz an der Sonne getrocknet oder in Pfannen über dem Feuer erhitzt. Das Dämpfen ist die schonendste Methode, weil die Fermentation und Oxidation damit vollständig verhindert wird. Das ist wichtig, da so die natürlichen Wirkstoffe vollständig im Tee enthalten bleiben. Schwarztee hingegen entsteht, wenn die Oxidation gefördert wird. Die Blätter werden bis zu 3 Stunden feuchter Luft ausgesetzt. Durch die Oxidation entstehen neue Aromastoffe. Je länger der Oxidationsprozess dauert, desto stärker werden die gesunden Inhaltsstoffe umgewandelt und teilweise sogar zerstört. Daher sind vor allem dunkle, stark oxidierte Schwarztees reine Genusstees. Grüntees hingegen sind Heilmittel. Es gibt auch helle, kurz oxidierte Tees wie der «Yellow Tea» oder die Weissen Tees und sind damit eine «gesunde» Variante für Schwarztee-Trinker.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Grüner Tee ist sehr luft-, licht- und feuchtigkeitsempfindlich. Daher sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass offener Tee luftdicht und ohne Zwischenlagerung abgepackt wurde. Nur das garantiert eine hohe Qualität der Blätter. Bei allen Tees der Oppliger Tea Selection ist dies der Fall.

Unsere Grüntees der Oppliger Tea Selection haben alle eine wiederverschliessbare Öffnung

Natürlich können Portionenbeutel auch mit hochwertigem Tee gefüllt werden. Allerdings geben viele moderne Teebeutel aus Kunststoff Mikroplastikteile ab. Auch Papierbeutel enthalten Kunststoff, um der Feuchtigkeit standzuhalten, sowie Klebenähte, was ebenfalls Kunststoff ist. Zudem muss für gute Teequalität jeder Beutel einzeln hermetisch abgepackt sein (wie es z. B. beim Hanftee in unserem Sortiment der Fall ist). Das bedeutet jedoch ein Kompromiss: zusätzliche Verpackung. Befasst man sich etwas mit der Teezubereitung, merkt man rasch, dass Portionenbeutel gar keine grosse Zeitersparnis bedeuten. Mit einer entsprechenden Teekanne oder einem Siebeinsatz für die Tasse funktioniert das wunderbar. Apropos Siebeinsatz: Tee-Eier oder Zangen sind ungeeignet, da die aufquellenden Blätter die Poren verschliessen und die wertvollen Inhaltsstoffe so nicht ins Wasser gelangen.

Verwende ein offenes Teesieb statt Tee-Ei, damit die Poren des Siebs nicht verstopft werden

Der Tee soll, wenn immer möglich, aus biologischer Produktion stammen. So wird sichergestellt, dass die Pflanzen nicht mit synthetischen Düngern und Pestiziden behandelt wurden und die Umwelt und die Arbeiter*innen auf den Teeplantagen keinen Schaden nehmen. Natürlich ist es auch für Dich als Teetrinker*in gesünder, biologischen Tee zu trinken. Dies gilt insbesondere für Mattcha, wo das ganze Blatt getrunken bzw. als Pulver mitgebacken wird und so ausgebrachte Pestizide von konventionellem Tee direkt in den Körper gelangen.

Aromastoffe

Heutzutage finden sich immer mehr synthetische Aromen in Lebens- und Genussmitteln. So auch beim Tee. Dabei gibt es einige wichtige Unterschiede: Werden die Tees mit natürlichen Blüten wie Jasmin-Blüten oder Gewürzen angereichert, ist dagegen nichts einzuwenden (sofern für diese Mischungen nicht minderwertige Teequalitäten verwendet werden). Gleiches gilt für die Anreicherung mit ätherischen Ölen (z. B. Earl Grey Tee, Schwarztee parfümiert mit Bergamottöl). Sind Tees mit «Aroma» oder «naturidentischen Aromen» versehen («Mango-, Apfel-, Grapefruittee» etc.) ist Vorsicht geboten: Diese Aromen sind synthetisch und werden rein chemisch hergestellt. Diese Aromen beeinträchtigen unser Geschmacksempfinden stark und können auch Allergien auslösen. Zudem werden für solch aromatisierte Tees meist minderwertige Qualitäten von schwarzem oder grünem Tee verwendet.

Die Zubereitung: Wie lange soll man Grüntee ziehen lassen?

Grüntee nicht überdosieren! Er wird geschmacklich ungeniessbar und der Koffeingehalt zu hoch. Optimal sind 2g pro Tasse, das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel. Anhand der Farbe erkennt man, ob die Dosierung stimmt: Schwarztee ist bräunlich bis dunkelbraun, Grüntee schwach gold-grünlich oder gold-gelblich. Von einer schwachen Färbung bei Grüntee sollte man sich also nicht täuschen lassen!

Das Wasser zum «Klären» abkochen und danach auf die angegebene Temperatur (je nach Teeart zwischen 70 und 90 °C, auf jedem Grüntee in unserem Sortiment sind die Temperaturen angegeben) abkühlen und im Anschluss den Tee übergiessen. Die Blätter 2 bis max. 3 Minuten ziehen lassen. Grüntee kann und soll man zweimal aufgiessen, da beim zweiten Aufguss weitere Inhaltsstoffe frei werden. Der zweite Aufguss soll nur eine Minute dauern. Auf Thermometer und Uhr kann aber verzichtet werden… Um es in den Worten des Teephilosophen Peter Oppliger zu sagen: «Gefühl, Freude und Achtsamkeit sind die besseren Voraussetzungen als Laborgeräte».

Sencha, Bancha, Mattcha – was heisst das?

In einem der nächsten Blogeinträge veröffentlichen wir ein kleines Teelexikon, in welchem auf die Unterschiede all dieser Grüntee-Arten eingegangen wird. Du kannst jedoch bereits jetzt bei allen Grüntees der «Oppliger Tea Selection» nachlesen, zu welcher Gelegenheit der jeweilige Tee am besten passt und warum.

 

Quellen:

Oppliger, P. (2010). Grüner Tee. AT Verlag, Aarau und München.
Oppliger, P. (2018). Teegeschichten. Edizioni Unicorno, Ascona.

Verfasst von

Anita Leuthold

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