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Der Zauber von Naturwiesen

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Schön fürs Auge, wichtig fürs Ökosystem – Naturwiesen sind wertvoll und schützenswert

Bis zu fünf Mal werden intensiv genutzte Wiesen pro Jahr geschnitten, das erste Mal je nach Wetter bereits anfangs Mai. Extensive oder wenig intensiv genutzte Wiesen dürfen erst ab dem 15. Juni gemäht werden, in Berglagen sogar noch später. Warum das wichtig für uns und unsere Umwelt ist, erklären wir in diesem Beitrag.

3000 kleine und grosse Tiere

Bodenbrütende Vögel wie der Kiebitz, die Feldlärche oder das Braunkehlchen legen ihre Eier – wie der Name schon sagt – auf dem Boden und in Wiesen ab. Viele der Jungvögel werden erst gegen Sommer flugfähig und können vorher nicht flüchten, wenn der Mäher naht. Gleiches gilt für die Rehkitze, die von ihren Müttern im hohen Gras versteckt werden und sich erst wieder von Ort und Stelle rühren, wenn die Mutter ihnen ruft. Und dann gibt es die unzähligen Insekten, welche die eine oder andere blühende Pflanze brauchen, um sich zu ernähren oder sich fortzupflanzen. Die Bergzikade beispielsweise legt ihre Eier in die Stängel der Wiesenpflanzen ab. Werden diese gemäht, können sich die Eier nicht entwickeln. In Naturwiesen, die spät gemäht werden, kommen bis zu 3000 Tierarten vor!

Nicht Mähen ist auch keine Lösung

Dass Wiesen, so wie wir sie kennen, überhaupt existieren, hat mit unserer Landwirtschaft zu tun. Erst die Rodung von Wäldern für Felder und Weiden hat es möglich gemacht, dass offene Flächen bei uns entstehen und so neue Nischen für eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren existieren. Darum ist es auch wichtig, dass Wiesen gemäht werden. Denn würden sie nicht zurückgeschnitten, würden Büsche und Stauden und bald auch Bäume anfangen zu wachsen, so dass die offene Fläche erst verbuscht und später wieder zu Wald wird. Um die ökologischen Nischen zu gewährleisten, ist es aber aus den oben genannten Gründen wichtig, einen Teil der Wiesen erst im Sommer zu mähen.

Auch die Düngung hat einen Einfluss

Die Anzahl Pflanzen, die auf einer Wiese wachsen, hängt neben ihrem Schnitttermin auch davon ab, wie oft sie gedüngt wird. Auf einer ungedüngten Wiese können gut 50 verschiedene Pflanzenarten vorkommen, während auf stark gedüngten Wiesen, sogenannten Fettwiesen, kaum mehr als 10 Arten zu finden sind. Dies hängt damit zusammen, dass es viele Arten gibt, die nährstoffarme Böden mögen und auf gedüngten Wiesen eingehen. Und manche könnten dort zwar wachsen, sind aber nicht genügend konkurrenzfähig mit denjenigen Pflanzen, die nährstoffreiche Böden richtig mögen. Intensiv gedüngte Wiesen sind zudem erosionsanfälliger. Denn die Pflanzen schiessen hoch auf und werfen Schatten auf den Boden, so dass keine Grasnarbe wachsen kann, weil dieser das Sonnenlicht fehlt. Fettwiesen liefern zwar viel Futter für das Vieh, weil sie oft gemäht werden können und sie viel Biomasse liefern. Doch was die Nährstoffe anbelangt ist die Futterqualität schlechter, weil die Pflanzen aus viel Stängel und insgesamt wenig Blattwerk bestehen.

Der Löwenzahn braucht keine Insekten

Die meisten unserer «Blumen»-Wiesen sind heute geprägt von einer einzigen blühenden Pflanze: Dem Löwenzahn. Er hat ein ausgeklügeltes Fortpflanzungssystem mit seinem weit fliegenden Pappus. Und er hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Pflanzen: Er kann sich selbst bestäuben. Damit ist er, um sich fortpflanzen zu können, nicht auf Insekten angewiesen. Dies steht im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen, übrigens auch Kulturpflanzen, die Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und viele andere Tiere brauchen, um sich zu vermehren.

Je höher die Biodiversität, desto ausgewogener unsere Ernährung

Warum sind artenreiche Naturwiese also wichtig für uns und die Umwelt? Je mehr Tier- und Pflanzenarten in der Natur leben, desto resilienter, also widerstandsfähiger ist das gesamte System. Wenn Klimaveränderungen eintreten, Wetterextreme wie Überschwemmungen oder Kälteeinbrüche, wenn chemische Veränderungen in der Umwelt auftreten oder wenn sich Schädlinge intensiv ausbreiten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar Pflanzen- und Tierarten mit den Gegebenheiten umgehen können höher, je grösser die Biodiversität ist.

Grosse Biodiversität ist auch für uns Menschen wichtig: Je mehr verschiedene Lebensmittel wir zu uns nehmen, je weniger einseitig wir uns ernähren, desto ausgewogener werden wir mit unterschiedlichen Mineralien und Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen versorgt und desto gesünder ist unser Körper. Und es ist möglich, diese ausgewogene Ernährung mit regionalem Konsum und einheimischen Pflanzen bereitzustellen. Aber eben nur, wenn unser Ökosystem intakt ist und eine möglichst hohe Vielfalt an Pflanzen kultiviert werden, die ihrerseits wieder unterschiedliche Insekten und andere Tiere fürs Gedeihen benötigen.

Auf dem KernGrün-Marktplatz findest Du verschiedene Produkte, die aus oder mit Heublumen gefertigt sind. Zum Beispiel die Heublumenseife vom Haldihof oder die wunderschöne Heulampe von Almut.

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